Mariela Ceballos Astudillo, Barbara Huppán, Giulia Landonio, Claudia M.&Ale Fajardo

Kollektives Tagebuch der Fantasie 

Wie lebst du in deiner Fantasie? Wie fühlst du dich? Wo bist du jetzt? Mit wem? Was tust du?

Schicke dein Kunstwerk in Format und Sprache deiner Wahl bis zum 28. Februar 2021 an mujereserrantes@riseup.net. Wenn du dich von der Initiative inspiriert fühlst und im Zusammenhang des kollektiven Tagebuches gerne ein online oder offline Event in deinem lokalen Kontext organisieren möchtest, kontaktiere uns. Wir freuen uns dich zu unterstützen und es gemeinsam zu organisieren.

„Unsere Visionen beginnen mit unseren Wünschen“

(Audre Lorde)

Das kollektive Tagebuch der Fantasie wurde das erste Mal im April 2020, während des ersten COVID-19 Lockdowns initiiert. Es begann innerhalb der Gruppe Mujeres Errantes, die 2018 in Granada gegründet wurde, einer Gruppe von Frauen als ein Ort des Austausches. Während des Lockdowns fanden die Gruppetreffen online statt, die Teilnehmerinnen waren aus Italien, Ungarn, Spanien und Frankreich.

GATTA RAMINGA E GOLOSA – testo: Emma Ferulano, disegni: Giulia Landonio

Die Initiative besteht darin sich in der Form eines Tagebuches auszudrücken; unsere Wünsche,
was wir tun oder wie wir leben möchten, aber so als wäre es real, indem wir unsere Fantasie bewohnen. Seit Beginn war es ein multilingualer und multimodaler Raum, in dem wir durch unsere Imagination unsere Schwierigkeiten und Wünsche teilten. Wir sammelten Beiträge für das Tagebuch aus unterschiedlichen Ländern und Kontexten, in unterschiedlichen Sprachen (Spanisch, Italienisch, Ungarisch, Deutsch und anderen).

Teile der Beiträge sind auf dieser Seite gesammelt: Imaginarios de cuarentena.

Die Individuellen Beiträge kamen in Form von Texten, Fotos, Videos, Kollagen und Zeichnungen. Wir hielten Events für kollektives Schreiben und Imagination und schufen neue Kunstwerke durch die Interaktion und Reaktion auf bereits entstandene Kreationen.

Im Oktober machten wir einen offenen Aufruf. Nun nehmen wir Beiträge bis Ende Februar 2021 an. Wir organisieren online Events für kollektive Kreation. Alle Beiträge, die so gemeinsam entstehen, werden Teil des Tagebuches. Zum Beispiel hielten wir ein Event am 25. November mit dem Titel: Wie stellen wir uns unser Leben gewaltfrei vor?

Als Teil unserer Arbeit in TuTela Learning Network werden wir weiter mit den Werken des Tagebuches arbeiten: Zuerst werden wir die Tagebucheinträge in einem zugänglichen, mehrsprachigen und multimodalen Format präsentieren. Dies wird kreative Wege beinhalten die Beiträge zu übersetzten. Dann werden sie mit Zugnissen von Aktivisten verbunden. Unser Ziel ist, mit den Tagebucheinträgen einen Dialog zwischen persönlichen Erfahrungen und Wünschen mit transformativen Erfahrungen von Aktivismus an der Schnittstelle von persönlichen Berichten, Kunst und Aktivismus herzustellen. Am Ende des Prozesses steht ein
dreifacher Knotenpunkt einer künstlerischen Residenz mit Aktivistinnen.

“An seiner Oberfläche ist die radikale Imagination die Fähigkeit sich die Welt, das Leben und soziale Institutionen vorzustellen, nicht wie sie sind, sondern wie sie anders sein könnten. Es ist der Mut und die Intelligenz zu erkennen, dass die Welt verändert werden kann und sollte. Die radikale Imagination ist nicht einfach das Träumen einer anderen
Zukunft. Es geht um das Zurückholen der Möglichkeiten aus der Zukunft in das Heute, um Handlung und neue Formen der Solidarität heute zu inspirieren.“

(The Radical Imagination: Social Movement Research in the Age of Austerity)

Sara Caballero Zavala, Sueños de otoño

Wer wir sind

Mujeres Errantes begann als selbst-organisierte, freiwillige, kollektive Gruppe in Granada, Spanien, in der Menschen, die sich als „wandernde Frau“ identifizieren durch kollektive, kreative Aktivitäten in Verbindung treten können und ihre Erfahrungen austauschen. Wir hielten auch Gruppen Events in Pécs, Ungarn. Seit März 2020 halten wir online Gruppen für Frauen aus unterschiedlichen Ländern, einige von ihnen waren bereits Teil der Gruppe aus Granada und Pécs, während andere neu zur Gruppe stießen. Wir sind dabei eine weitere Gruppe in Lissabon zu öffnen.

Auf lange Sicht ist unser Ziel, die Gründung lokaler Gruppen an verschiedenen Orten anzuregen, um so das Netzwerk auszuweiten. Derzeit entwickeln wir eine offene Wissensresource für Aktivitäten, um diesen Prozess zu unterstützen. Lese hier unser Manifest

Wenn du daran interessiert bist eine Gruppe zu öffnen, kontaktiere uns unter
mujereserrantes(at)riseup.net!

TuTela Learning Network ist ein informelles, offenes, feministisches, internationales Kollektiv, das darauf abzielt Verbindungen zwischen den Erfahrungen marginalisierten Aktivistinnen in Bildung und Gemeinschaftsarbeit herzustellen. Die Mitglieder und Kollaborateurinnen unseres Netzwerkes sind Aktivistinnen im Bereich Bildung und Gemeinschaftsarbeit in verschiedenen Ländern. Homepage: tutela.network

Lese mehr über unsere Arbeit auf on the AFSEE blog.

Kennst du Aktivistinnen, die eine reale Veränderung in ihrem Kontext schaffen? Bist du selbst Aktivistin, die ihre Erfahrung teilen möchte? Würdest du gerne freiwilligen Arbeit machen, beispielsweise mit Übersetzungen oder einen Workshop organisieren? Hast du andere Ideen und würdest dich uns gerne anschließen? Kontaktiere uns unter tutelaed(at)gmail.com!

Die Folgeaktivitäten des kollektiven Tagebuchs wurden von Kitti Baracsi unter ihrem Projekt des Atlantic Fellow for Social and Economic Equity von LSE International Inequities Institute unter dem Namen Errant Imaginaries: possible utopias vorgeschlagen.

Übersetzung: Nora Markt